Mittwoch, 11. Juli 2012

Verschnaufpause bei BMW

Die Aktie des Autoherstellers startete fulminant ins neue Jahr. In der Zwischenzeit hat sie allerdings über 3/4 des Aufwärtstrends wieder eingebüsst und befindet sich momentan in einem Seitwärtstrend. Die Käufer in Europa halten sich angesichts der Schuldenkrise zurück. Auch in China wächst die Sorge vor einem Abflauen der Konjunktur, wenngleich die Zentralbank im Reich der Mitte mit Zinssenkungen gegensteuert. Da China als Zukunft des Automobilsektors gehandelt wird, kann sich letzteres sogar doppelt auf den Markt auswirken. 
Nichts desto trotz, stehen die Motorenwerke aus Bayern fundamental sehr stark da und trumpfen sogar mit einem neuen Rekordabsatz in den ersten 6 Monaten des laufenden Geschäftsjahres. 
Sollte es dem Titel gelingen die 73er Marke zu überschreiten werden sie zum Kaufkandidaten. Vorerst müssen aber die ökonomischen und politischen Probleme aus dem Weg geräumt werden, die 48er Stütze darf dabei nicht unterschritten werden. Wer trotzdem jetzt schon partizipieren möchte, dem empfehle ich Bonus- oder Korridor-Bonus-Zertifikate, welche ähnlich wie die üblichen Bonus-Zertifikate funktionieren, mit dem Unterschied, dass statt nur einer, zwei Sicherheitsschwellen gerissen werden können.

Freitag, 6. Juli 2012

Naiv ist die Währungsunion, welche 17 Staatspräsidenten vertraut

Der Weg zu einer Bankenunion scheint geebnet und die Trennung der Banken- von den Schuldenrisiken wird als gelungen bezeichnet. Die Regulierungen im Bankensektor sollen erhöht werden, eine Bankenaufsicht soll gegründet werden und Krisen-Fonds sollen die Euro-Länder vor einem zukünftigen Bankenkollaps schützen. 
Tönt zwar alles gut, kann aber nicht annähernd das gesamte Risiko eliminieren. Denn das eigentliche Problem besteht nach wie vor darin, dass die Eurozone nicht aus einem einziges Land besteht, sondern aus 17 eigenständigen Staaten gebildet wird. Dazu kommt noch, dass jedes dieser Länder eine andere Vorstellung der Volk/Staat-Beziehung hat. Europa mit den USA und ihren 50 Staaten und einheitlichen Währung zu vergleichen, ist daher ein absoluter Witz. Ausserdem wüsste ich nicht, wann die Volkssouveränität der einzelnen EU-Staaten zum letzten Mal derart untergraben wurde wie momentan.


Diese 3 Todsünden machen den Euro erst zu einer instabilen Währung:


1. 17 verschiedene Kulturen
2. 17 verschiedene Volkswirtschaften 
3. 17 verschiedene Staaten mit unterschiedlichen Regierungen



Des Weiteren, sind Krisen-Fonds (Fachausdruck: Schuldentilgungsfonds) nichts weiter als Mittel zum Zweck, und weniger die Lösung des eigentlichen Problems. Anstatt mehrere Feuerlöscher bereitzustellen, sollte man sich besser überlegen, wie man das Feuer gar nicht erst entstehen lässt. Die Geschichte der Staatspleiten lernt uns, dass hier auch sämtliche Moralpredigten nichts nützen. Selbst wenn durch die Schuldenobergrenze, die Staaten grösseren Respekt vor einer Überschuldung haben, kann man sie nicht zu 100% vehindern..
Wenn man sich schon mit den USA vergleichen will, müssten entweder alle an einem Strang ziehen, oder die Euro-Länder müssten sogar zentral gelenkt werden. Wenn nun also in einiger Zeit, alle Mitgliedsstaaten wieder ihr eigenes Süppchen kochen, dann ist das keine Lösung des Problems, Schuldenbremse hin oder her, sondern ein Teufelskreis. 



Dienstag, 3. Juli 2012

Bildung der Preise und deren tatsächlicher Wert

Nun, die Tatsache, dass die Wirtschaft in Zyklen verläuft und sich der Finanzmarkt in Trends bewegt ist nichts Neues. Alles in Allem sind die Finanzmärkte irrational, was nicht unbedingt heisst, dass absolutes Chaos herrscht.
Börsenspekulant, André Kostolany glaubte, l
angfristig sei die wirtschaftliche Entwicklung und die Gewinnsituation der Unternehmen von entscheidender Bedeutung für die Aktienkurse. Mittelfristig dagegen sei die Geldversorgung der Wirtschaft und die Börsenpsychologie die wichtigsten Determinanten der Aktienkursbewegungen.
Ich denke dabei gerne an folgendes Beispiel: Der Wert einer Unternehmung zu schätzen, ist vergleichbar, wie wenn Ihnen ein Glas, gefüllt mit Erbsen hingestellt wird und Sie dann die Anzahl der Erbsen bestimmen müssen. Also ziemlich schwierig. Aber dies müssen Sie auch nicht können, da Aktienkurse volatilen Schwankungen ausgesetzt sind und sich nie langfristig auf einem Wert absetzen. 

Ich bin der Meinung, die Bildung des Aktienpreises hat folgende 3 Einflüsse:


1. Fundamentaldaten:
Zu den Fundamentaldaten gehören die Zahlen aus der Unternehmensbilanz. Sie werden analysiert und geschaut wie wertvoll ein Unternehmen ist. Kennzahlen wie Kurs-Gewinn-Verhältnis, Kurs-Cashflow-Verhältnis, Eigenkapitalquote, Gesamtkapitalrendite usw. spielen dabei eine wichtige Rolle. Bei der Fundamentalanalyse werden unterbewertete Aktien von Firmen mit grossen Zukunftspotential zu erkennen versucht.



2. Psychologie:
Um an der Börse erfolgreich zu sein, muss man das herrschende Klima, die Wünsche und die Sorgen der anderen Anleger, kennen. Die Börsenpsychologie teile ich persönlich in 2 Untergruppen. 


    Wirtschaftliche u. politische Hoffnungen/Sorgen:
    Aktuelles Beispiel: Die Anleger sind aufgrund der Euro-Krise (manche fürchten gar eine China-Krise) eher   
    skeptisch betreffend Aktien, dies wirkt sich natürlich auch auf die Kurse aus. Obwohl gewisse Firmen 
    fundamental sehr gut da stehen, sinken deren Aktienkurse oder steigen nur zögernd. Ein Extrembeispiel für 
    Massenpsychologie, ausgelöst durch wirtschaftlich oder politische Gründe, war der 11. September 2001,   
    welcher eine Massenpanik unter den Anlegern auslöste. Hier spielen natürlich  auch die Medien eine Rolle.
    Die masslos übertriebenen Haussen vor Aktienblasen bilden hier das andere Extrembeispiel. 
    Solange Sie kein Computersystem haben, welches Ihre Anlageentscheidungen übernimmt, sind immer 
    Gefühle im Spiel. Dies ist einer der Hauptgründe, weshalb die Aktienmärkte so irrational sind: Wir lassen  
    uns von unseren Gefühlen leiten. Ebenfalls zu dieser Kategorie, gehört meiner Meinung nach die 
    mehrheitliche Entwicklung des Goldpreises. Wenn die Leute Inflationssorgen kriegen, flüchten sie
    ins Gold, was den Goldpreis zum steigen bringt, obwohl sich an dessen Fundamentaldaten überhaupt 
    nichts geändert hat. Je nach Betrachtungsweise könnte man dieses Beispiel aber auch bei 
    "Wirtschaftliche u. politische Einflüsse" unterordnen.



    Trends (Stimmung der Anleger):
    Wie bereits erwähnt, Aktienkurse bewegen sich mehrheitlich in Trends. Die Trends erkennen wir durch  
    die technische Chartanalyse und die ist eigentlich nichts anderes als ein Versuch, die Börsenpsychologie zu  
    verstehen und sich dadurch einen Vorteil zu verschaffen. Die Charts widerspiegeln eins zu eins die
    Handlungen der Marktteilnehmer. Die Technische Chartanalyse ist ein kompaktes Thema mit vielen 
    verschieden zur Verfügung stehenden Instrumenten und Hilfsmittel. Noch weiter darauf einzugehen würde  
    den Rahmen sprengen.



3. Wirtschaftliche u. politische Einflüsse:
Hiermit meine ich hauptsächlich wirtschaftliche und politische Einflüsse oder Rahmenbedingungen, welche den Basistitel klar ersichtlich betreffen. Z.B. beeinflusst eine starke Währung die Exportfirmen oder der Ölpreis die Ölraffinerien. All diese Dinge haben Einflüsse auf die Unternehmen und deren Erfolg. Dies erkennen auch die Anleger und handeln demenstprechend. Um Trends möglichst schnell zu erkennen, ist auch ein guter Verstand der makro-ökonomischen Zusammenhänge notwendig.


Wie gesagt, den optimalen Kurs einer Aktie zu bestimmen ist nie einfach und aufgrund der sich stets ändernden Rahmenbedingungen auch Ansichtssache.
Einziger Ratschlag: Man sollte mit einer Strategie anlegen und selbst kleine Retracements dürfen einem nicht aus der Ruhe bringen. Oder um es in den Worten von 
André Kostolany zu sagen: "An der Börse ist 2 + 2 niemals 4, sondern 5 - 1! Man muss nur die Nerven haben, das -1 auszuhalten..."